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Frank Kleber, Deutscher Meister und Mannschaftsweltmeister (Bob/Skeleton) 2007



Als Kinder fuhren wir schon gerne mit dem Kopf voran auf verschneiten Hügeln hinunter. Skeleton-Piloten machen dies mit wachsender Begeisterung in der Eisbahn: Bäuchlings stürzen sie sich in den Eiskanal mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis ca. 135 km/h und das nicht mehr als 5 cm über dem Eis.
Dieser Sport verbindet Feingefühl mit aufregender Geschwindigkeit. Er erfordert von allen Piloten Ausdauer und Kraft. Der Skeleton-Fahrer startet mit einem Sprint über das Eis. Hierfür trainiert man den Muskelaufbau und Schnelligkeit. Im Eiskanal aber zählt vor allem Erfahrung. Die Kenntnis der Bahn, das Gespür für den Zustand des Eises, für die Ideallinie.

Dieser Kufensport sieht gefährlicher und spektakulärer aus als er ist. Wer den "Kopf-voran-Sport" bereits kennt, ist entweder fasziniert oder verhöhnt die Piloten als Verrückte. Vielleicht deshalb, weil er so ungewöhnlich scheint.

Auch das "Bobbahn-Skeleton" hat eigene Entwicklungen durchlaufen. Ursprung des Skeleton-Schlittens war der Cresta-Schlitten. Anfangs fuhr man, wie beim Cresta, ebenfalls mit Rollsitz.

Damals hielt man sich noch vorne am Schlitten fest. Im Laufe der Jahre wurde Material und Haltung sowie Ausrüstung verbessert. Die so genannte Kamikaze-Haltung der Cresta-Fahrer schauten einige Sportler ab.
Anfangs zwar noch belächelt, doch 1974 wurde auch diese Haltung fest übernommen. Viele Fahrer mussten sich erst einmal daran gewöhnen. Bald stellte man aber fest, dass dadurch wesentlich schnellere Zeiten gefahren werden konnten.
Am Schlitten selber mussten einige Änderungen vorgenommen werden. Der Rollsitz wurde ersetzt durch eine feste Wanne, an der die zukünftigen Haltebügel für die neue Haltung angeschweißt wurden.


Ursprung des Skeleton-Sports: Cresta

"Wer so etwas macht, der spinnt ja! " - Diesen Satz hören Skeletonfahrer sehr oft. Das Gerücht über die wilden Jungs mit ihrer halsbrecherischen Sportart ist nach wie vor verbreitet.

Doch Skeleton ist alles andere als gefährlich!  Die Tatsache, mit dem Kopf voran den Eiskanal hinunter zu fahren, und dabei Geschwindigkeiten von bis zu 135 km/h zu erreichen, lässt so manchen Außenstehenden erstarren. Zwar hat ein Skeletonschlitten keine Bremse, aber passieren kann außer ein paar blauen Flecken nur wenig. Das liegt in erster Linie am Schlitten. Der Sportler liegt auf einem sehr schweren Gerät (zwischen 33 und 43 kg, je nach Körpergewicht) und das nur wenige Zentimeter über dem Eis. Der Schwerpunkt liegt also unterhalb des Körpers und kann so im Falle eines Sturzes, und das kommt am Anfang schon ein Mal vor, niemals auf den Sportler fallen und ihn so verletzen. Gleichzeitig hat der Sportler aber auch im Falle eines Sturzes die Möglichkeit, sich am Schlitten fest zu halten und sich wieder auf das Gerät zu ziehen. Das erspart den evtl. schmerzhaften Eiskontakt. Sollte dies nicht funktionieren und man verliert sein Gerät, fährt dieses ohne Sportler die Bahn weiter, und der Fahrer steigt, nachdem er ein paar Meter auf dem Eis gerutscht ist, aus der Bahn. Eis hat keine Balken, somit kann man nirgendwo dagegen fahren. Im schlimmsten Fall holt sich der Sportler leichte Abschürfungen, die aber meistens in Form von kaputter Kleidung auftritt.

Im Vergleich also zu dem, was Bob- und Rodelfahrern passieren kann (Schulter- oder Beinbrüche, etc.), ist Skeleton trotz der spektakulären Optik ein sehr ungefährlicher Sport. Ein durchtrainierter Körper, gute Aerodynamik und vielleicht schon eine kleine Portion Mut gehören dazu, um diesen Sport auszuüben. Doch hat das bis jetzt weder Frauen noch Kinder davon abgehalten, es auszuprobieren. Und wie sagte schon so mancher 9jährige nach einer Fahrt auf dem Skeletonschlitten: "Das war geil!"

Der Skeleton besteht heute aus einem massiven Stahlgerippe, daher auch der Name "Skeleton" (engl.: Skelett). Statt dem damaligen Rollsitz fertigte man eine seitlich hochgezogene starre Wanne mit Haltebügeln sowie seitliche Prallbügel vorn und hinten. Die Rundstahlkufen sind am Schlitten mittels Stellschrauben befestigt. Es ist somit möglich, die Kufenform und damit die Auflage auf dem Eis anhand der Kufen zu verändern.

Das Reglement sieht für die Damen und Herren ein Mindestgewicht von 33 kg vor und darf ein Maximalgewicht von 37 kg bzw. bei den Herren 43 kg nicht überschreiten. Genauso ist ein Gesamtgewicht vorgeschrieben: Die Damen dürfen ein Gesamtgewicht (Schlitten, Körper, Ausrüstung) von 95 kg, bei den Herren 115 kg, nicht überschreiten. Gewichtigere Personen können deshalb nur einen Schlitten mit dem vorgegebenen Mindestgewicht fahren. Die Schlittenlänge darf zwischen 80 cm und 120 cm betragen und bedarf einer Gesamthöhe von 8 cm bis 20 cm.

Die Skeletonfahrer tragen einen eng anliegenden, einteiligen Stoffanzug (Lackanzüge sind verboten), Fingerhandschuhe, einen den DIN-Normen entsprechenden leichten Schutzhelm mit Kinnschutz, Sprinterschuhe mit 7 mm Spikes und wenn nötig Ellbogenschoner.

Ungefähr seit 1990 fahren auch Damen Bobbahnskeleton. Aus Amerika hörte man schon vereinzelt von Skeletonfahrerinnen. Also traten auch die Europäerinnen an den Kunsteisbahnen an. Die Schweiz, Deutschland und Österreich hatten als erste Nationen Damen am Start. Aber Nationen wie Italien, Frankreich oder Russland zogen schnell nach. Nun mussten die gleichen Bedingungen geschaffen werden, wie für die männlichen Starter. Also gab es ab Mitte der Neunziger auch für die mittlerweile zahlreichen Skeleton Damen Weltcups, Europacups und Weltmeisterschaften. Erstaunlich ist, das die erfolgreichsten Skeletonpilotinnen auch die kleinsten und zierlichsten sind, somit im Kontrast zu den eher muskulösen Damenbobfahrerinnen und Rodlerinnen stehen.


Frank Kleber (Sommer-Startwettkampf Ilsenburg 2004)